Zurück zur Homepage!

Mailinglisten und ihre Benutzung

von Frank Tegtmeyer, Hamburg <fte@fte.to>

Bei der Benutzung von Mailinglisten kann man neben technischen Problemen in viele Fettnäpchen treten und sich das Leben recht schwer machen.
Der Artikel gibt technische Hilfestellungen und Tipps für das eigene Verhalten in Mailinglisten. Auch für Betreiber von Newslettern und Mailinglisten sind einige Hinweise enthalten.

Dieser Artikel setzt grundlegende Kenntnisse bei der Handhabung von Electronic Mail voraus. Er ist allgemeiner Natur, wurde jedoch wegen konkreter Probleme bei der Nutzung der Taucher-Mailingliste allgemein@tauchen.de (siehe http://www.tauchen.de/) zusammengestellt.
Im Moment pflege ich diesen Artikel nicht mehr weiter.

Informationen zu Electronic Mail können Sie unter anderem hier finden:

Inhalt

  1. Was sind Mailinglisten?
  2. Wie trage ich mich ein und aus?
  3. Aktive Teilnahme an Mailinglisten
  4. Vermeidbare Fehler
  5. Lösung technischer Probleme

Was sind Mailinglisten?

Mailinglisten sind Verteiler für elektronische Post (Email). Sie können Sie sich ebenso vorstellen, wie die Verteiler die Sie vielleicht aus dem Büroalltag kennen.
Es gibt eine Liste von Empfängern, die eine Nachricht erreichen soll. Bei Mailinglisten erfolgt die Zustellung per Electronic Mail.

Mailinglisten können nach der Art ihrer Nutzung sowie nach den in ihnen geltenden Regeln (Policy) klassifiziert werden.

Nutzungsarten:
Im wesentlichen kann hier zwischen Listen von Newsletter-Typ und Diskussionslisten unterschieden werden.

Newsletter sind zum Beispiel Firmen-Informationen, regelmäßige Informationen über Produkt-Neuerungen oder Updates auf Webseiten. Ein klassisches Beispiel ist die Mailingliste der Apache-Week. Typischerweise gibt es bei solchen Listen nur einen einzigen Nutzer (oder einige wenige), der Informationen über die Liste an alle Empfänger verschicken kann.

Diskussionslisten stehen normalerweise jedem offen. Solange keine Zugangsbeschränkungen (s.u.) vorhanden sind, kann jeder, der in der Lage ist, eine Email abzusetzen, Nachrichten in die Mailingliste einspeisen. Vom Verhalten her ähneln diese Listen stark den Usenet-Newsgruppen, auch wenn sie technisch völlig verschieden funktionieren. Eine Menge von Mailinglisten (meist englischsprachig) können Sie auch im World Wide Web archiviert finden, so daß sie sich vor dem Abonnement erst einmal einen Überblick verschaffen können.

Hinweis: Den folgenden Abschnitt zu Regeln (Policies) können Sie überspringen, wenn Sie an technischen Details nicht sonderlich interessiert sind.

Regeln / Policy:
Hier gibt es die unterschiedlichsten Facetten. Eine (sicher nicht komplette) Auswahl:

Wer darf Nachrichten an die Liste senden?

Wer darf sich in die Liste eintragen (und wie)?

Wie müssen Nachrichten an die Liste aussehen und wie wird mit nichtkonformen Nachrichten verfahren?

Sonstiges:

zurück zum Inhaltsverzeichnis

Wie trage ich mich ein und aus?

Da Mailinglisten in der Regel oft bestellt bzw. wieder abbestellt werden (zum Beispiel vor/nach dem Urlaub, bei Adreßwechsel usw.), werden die meisten Mailinglisten durch automatisierte Systeme verwaltet. Sehr weit verbreitete Systeme sind

Es gibt noch eine ganze Menge anderer Mailinglistenmanager. Auch die Verwaltung von Hand ist teilweise noch anzutreffen - vor allem bei sehr kleinen Listen.
Gerade im Web-Bereich gibt es auch andere Systeme, die nur über den Browser gesteuert werden. Ein gutes Beispiel sind die Newsletter der Galileo Press GmbH, die eine hierarchische Zuordnung der Interessengebiete zu ihren Newslettern vornimmt.
Um zu sehen wie das funktioniert, wählen Sie links im Menü den Eintrag Newsletter - keine Angst, Sie können sich jederzeit wieder abmelden (siehe auch Datenschutz).

Abzulehnen ist die Verteilung von Informationen über Carbon Copy ("Cc:") aus dem Mail-Programm eines Users heraus. Dadurch werden jedem Empfänger der Liste alle anderen Listenmitglieder offengelegt. Das gilt auch für die Benutzung von Bcc:, da zum Beispiel das sendmail-Programm bei Zustellfehlern die Bcc:-Empfänger-Liste in der Fehlermeldung offenlegt.
Leider wurde/wird dieses Verfahren durchaus von unerfahrenen Mail-Administratoren eingesetzt, zum Beispiel bei einer bekannten deutschen Computerzeitschrift.

Bestätigungsnachrichten

In den guten alten Tagen der Computernetze, als sich noch die meisten Leute untereinander kannten und auch in den Zeiten danach, als ungeschriebene Regeln noch als "für das reibungslose Funktionieren von Netz-Kommunikation notwendig" akzeptiert waren, war es kaum notwendig, Mailinglisten vor Mißbrauch zu schützen. Wichtig war die technische Absicherung von Funktionalität, zum Beispiel zu garantieren, daß Fehler nicht zum Überlaufen einer Mailingliste führen.

Die heutige Situation ist völlig anders. Die Vielfalt der Netz-Nutzer ist (bis auf wenige Randgruppen) heute so groß wie im "richtigen" Leben.
Es gibt wie überall Leute, die sich als Vandalen und Terroristen wohlfühlen oder aus Mißbrauch auch finanziellen Vorteil ziehen wollen. Da Mail unheimlich leicht zu fälschen ist, müssen Mailinglistenbetreiber Maßnahmen ergreifen, die Mißbrauchsmöglichkeiten einschränken.

Die einfachste und auch wichtigste Maßnahme ist die Anforderung einer Bestätigungsnachricht vom Nutzer, wenn er sich in eine Liste ein- oder aus dieser austrägt. Das Verfahren wird auch als double opt-in bezeichnet.
Diese Mail sollte nicht leicht zu fälschen sein, zum Beispiel, indem die Kenntnis eines Geheimnisses vorausgesetzt wird. Das kann die Bestätigungsadresse sein, an die man als Nutzer antworten muß oder auch einfach ein Paßwort. Dieser Vorgang sollte mit einer Zeitbeschränkung versehen sein, so daß diese Geheimnisse nach einiger Zeit verfallen. Dadurch können diese nicht noch zu späterer Zeit mißbraucht oder ausspioniert/ausgerechnet werden. Der Listenmanager Majordomo hat zum Beispiel in diesem Bereich einige Schwächen.
Die Anforderung einer Bestätigungsnachricht durch den Mailinglistenmanager stellt wegen der vielfältigen Mißbrauchsmöglichkeiten bei Mail ein absolutes Muß dar. Weisen Sie den Listeneigentümer darauf hin, wenn er seine Liste nicht entsprechend konfiguriert hat.
Auch Vertreter der Werbeindustrie in Deutschland empfehlen double opt-in als vernünftigstes Verfahren, auch wenn es bis zu dieser Einsicht lange gedauert hat und diese aus reinen Effizienzgründen zustande gekommen ist.

Übliche Steuerungsadressen

Für die zu benutzenden Steuerungsadressen gibt es übliche Werte, die eine (nicht unbedingt eingehaltene) Konvention darstellen. Die im folgenden genannten Adressen sind auf jeden Fall bei ezmlm zu finden, bei Majordomo-Listen meistens nicht. Bei ListServ-Listen gibt es diese Adressen meiner Erfahrung nach gar nicht.
Für eine hypothetische Mailingliste liste@example.com sollten folgende Adressen existieren:

Die ezmlm-Besonderheit:
Der traditionelle Weg, einen Listenmanager über Kommandos zu steuern, wurde bei ezmlm verlassen - die Steuerung erfolgt allein über die angeschriebenen Adressen. Sie brauchen also bei ezmlm weder einen Betreff angeben, noch irgendetwas in die Mail schreiben, da diese Angaben vollständig ignoriert werden.

Steuerungskommandos von Majordomo und ListServ

Majordomo:
Wichtig: die Kommandos müssen im Textteil der Nachricht stehen. Die Betreffzeile wird von Majordomo ignoriert.

help
Anforderung des Hilfetextes
subscribe liste
Eintragen des Absenders in die Mailing-Liste liste
Es ist auch möglich, eine andere Adresse einzutragen, indem man sie nach dem Listennamen angibt (diese Variante führt zu einer Überprüfung, ist also nicht geeignet, jemanden zu ärgern).
Beispiele:
    subscribe privatsphaere
    subscribe hasenfutter bunny@wiese.vordemwald.example.com
    
unsubscribe liste
Abmelden von der Liste. Auch hier kann eine andere Adresse nach dem Listennamen angegeben werden (wird überprüft, also nicht geeignet, jemanden zu ärgern).
lists
Listet alle von dem Server verwalteten Mailinglisten auf.
which
Gibt eine Liste der Mailinglisten aus, in die man eingetragen ist.
info liste
Sendet eine Beschreibung der Mailingliste liste. Diese Beschreibung sollte das Thema der Liste sowie geltende Regeln (Policy) enthalten.
Hat der Listenverwalter keine Beschreibung angelegt, fordern Sie ihn bitte dazu auf. Eine vorhandene Beschreibung fördert die Effizienz bei der Informationssuche und beugt Problemen vor, die durch verschiedene Auffassungen zum Anliegen der Liste zwischen den Nutzern entstehen können. Die Beschreibung bietet auch dem Listeneigentümer die Sicherheit, bei Problemen bestimmte Nutzer mit einer sachlichen Begründung von der Nutzung der Liste ausschließen zu können.
who liste
Diese Funktion gibt eine Liste der Teilnehmer-Adressen der Mailingliste liste aus. Wegen des ständig steigenden Volumens von Spam sollte diese Funktion unbedingt abgeschaltet werden. Mailinglisten sind eine beliebte Adreßquelle für Spammer. Bedenken Sie aber, daß Mailinglisten auch sehr oft archiviert werden und auch nach Jahren noch zugänglich sind. Ihre Adresse wird bekannt sobald Sie Mails an eine Liste schreiben, auch wenn die Funktion who abgeschaltet ist.

ListServ:
Eine englische Dokumentation zu ListServ ist bei L-Soft verfügbar. Diese enthält neben vielen Beispielen und der Beschreibung der Kommandos auch eine Diskussion der verschiedenen Eigenschaften von Mailinglisten im Allgemeinen.

Info topic | listname
Eine Beschreibung der Listenkommandos oder einer Mailingliste anfordern.
Lists Detail | Short | Global
Beschreibungen zu allen Listen anfordern (in verschiedenen Formaten)
SUBscribe liste <voller Name>
Eintragen in die Mailingliste liste. Zusätzlich kann man seinen vollen Namen angeben.
SIGNOFF liste
Abmelden von der Mailingliste liste

zurück zum Inhaltsverzeichnis

Aktive Teilnahme an Mailinglisten

Beachten Sie bitte die generelle Grundregel, die auch im Usenet gilt: lesen Sie erst einmal eine Weile mit, wie der Ton in der Liste ist, wer sich vielleicht schnell provoziert fühlt und welche Themen vielleicht schon hundertmal abgehandelt wurden und nur noch jeden nerven.

Haben Sie das Gefühl, daß Sie jetzt in der Mailingliste durchaus etwas beizutragen haben, können Sie es ruhig wagen, Ihre erste Mail abzuschicken. Sie sollten dabei die auch im Usenet üblichen Gepflogenheiten einhalten (siehe Netiquette).
Einige wichtige Punkte hier noch einmal zur schnellen Übersicht:

Es wären noch viele Punkte zu nennen - um es kurz zu machen beschränke ich mich auf diese.

zurück zum Inhaltsverzeichnis

Vermeidbare Fehler

Ich will Ihnen keinweswegs die Lust nehmen, sich an Mailinglisten zu beteiligen, oder Ihnen Angst machen, öffentlich Ihre Standpunkte mit anderen zu diskutieren. In den meisten Fällen wird man bei Fehlern, die man macht, höflich darauf hingewiesen. Auch wenn einmal eine kurze und vielleicht zurechtweisende Reaktion kommt, sollte man das ganz locker nehmen und sich einfach in Zukunft noch einmal alles durchlesen, bevor man es abschickt. Also keine Angst!

Die häufigsten Fehler, die mir in Mailinglisten aufgefallen sind, hier am Stück:

Da gerade das übliche (und sinnvolle) Verfahren für das Zitieren bei den neuen Nutzern sehr oft nicht angewendet wird, folgen hier je ein Beispiel für korrektes und falsches Zitieren.
Die Adressen und Namen sind mit XXXX überschrieben, um die Identität der Autoren nicht offenzulegen. Das verwendete Kennzeichen für Zitatzeilen (Quote-Zeichen) ist das Größer als mit nachgestelltem Leerzeichen ("> ").

korrektes Zitieren:

 Subject: Schulsystem (was: unsere Schulprobleme) 
  
 XXXXXX schrieb: 
 > vielleicht ist ja auch an unserem Schulsystem etwas falsch 
  
 Ja, das Hauptproblem ist wohl, dass es zwar viele Moeglichkeiten 
 fuer Schueler mit Leistungsproblemen gibt, "Hochbegabte" aber 
 kaum Moeglichkeiten haben entsprechend ihrer Faehigkeiten gefoerdert 
 zu werden. Die Durchschnittsschule foerdert den Durchschnitt. 
  
 In welchen Staedten gibt es denn ueberall Schulen fuer 
 Hochbegabte? Hat jemand eine Liste? 
  
 Gruesse, XXXXXX. 

Was ist hier zu beachten? Zunächst schauen Sie sich bitte die Betreffzeile an. Ein ursprünglicher Betreff "unsere Schulprobleme" wurde in "Schulsystem" abgeändert, um eine Verlagerung des Diskussionsthemas deutlich zu machen. Damit die Änderung zu erkennen ist, und ein Bezug zu der vorherigen Diskussion erkennbar wird, wurde der alte Betreff noch entsprechend der weiter oben erwähnten Konvention mitgeführt.
In der ersten Zeile des Textes wird angegeben auf wessen Mail man sich hier bezieht - achten Sie aber immer darauf, Zitate nicht einem völlig Unbeteiligten unterzuschieben!
Die nächste Zeile ist ein Zitat aus der anderen Mail, auf die mit der aktuellen Mail geantwortet wird. Hierbei wurde nur die Kernaussage der ursprünglichen Mail stehengelassen, um einen richtigen Kontext für den eigenen Text herzustellen.

Hier das Gegenbeispiel mit falschem (aber leider sehr üblichem) Zitieren:

 Subject: Re: Deutscher Meister 
  
 fussball ist sicher nicht jedermanns sache. meine nicht. 
 solang irgendwer meint ermüsse der welt einmal im jahr zeigen wie glücklich er ist, 
 so soll er doch...... 
  
 vielleicht kommt sowas jetzt nicht mehr. generell kann bei sowas aber ein 
 "aussperren" nicht die lösung sein. 
  
 liebe "schwachmatten": bitte nicht mehr DANKE 
 XX 
  
  
 XXXXX@db.com schrieb: 
  
 >      An Alle ! 
 > 
 >      Ich moechte vorschlagen, dass solche Schwachmaten (entschuldigt bitte 
 >      den Ausdruck) aus der Mailingliste gestrichen werden. Sie haben hier 
 >      nichts zu suchen. 
 > 
 >      Bis denn 
 > 
 >      XXXXXXX 
 > 
 > ______________________________ Reply Separator _________________________________ 
 > Subject: Deutscher Meister 
 > Author:  XXXXXXX (XXXXX@Fh-Worms.DE) at nyc-mime 
 > Date:    5/3/98 3:09 AM 
 > 
 > AN ALLE BAYERN FANS:    DEUTSCHER MEISTER IST NUR DER FCK. 
 > P.S. DIE LAUT'RER ALTSTADT STEHT KOPF!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! 
 > 
 > * 
 > *****  A C H T U N G  *************************************************** 
 > * Diese e-mail kommt von der Mailingliste allgemein@tauchen.de          * 
 > * Benoetigen Sie Infos zu dieser Mailingliste? => http://www.tauchen.de * 
 > * Wollen Sie sich von der Mailingliste loeschen? Einfach eine e-mail an * 
 > * allgemein@tauchen.de mit dem Text unsubscribe allgemein schreiben.    * 
 > ************************************************************************* 
 > 
 > * 
 > *****  A C H T U N G  *************************************************** 
 > * Diese e-mail kommt von der Mailingliste allgemein@tauchen.de          * 
 > * Benoetigen Sie Infos zu dieser Mailingliste? => http://www.tauchen.de * 
 > * Wollen Sie sich von der Mailingliste loeschen? Einfach eine e-mail an * 
 > * allgemein@tauchen.de mit dem Text unsubscribe allgemein schreiben.    * 
 > ************************************************************************* 
  
  
  
  
  
 * 
 *****  A C H T U N G  *************************************************** 
 * Diese e-mail kommt von der Mailingliste allgemein@tauchen.de          * 
 * Benoetigen Sie Infos zu dieser Mailingliste? => http://www.tauchen.de * 
 * Wollen Sie sich von der Mailingliste loeschen? Einfach eine e-mail an * 
 * allgemein@tauchen.de mit dem Text unsubscribe allgemein schreiben.    * 
 ************************************************************************* 

Welche Fehler wurden hier gemacht?
Zunächst hat der Ursprungsautor seiner zwar verständlichen, in einer Taucher-Mailingliste aber völlig unangebrachten Freude über den Sieg irgendeiner Fußballmannschaft Ausdruck verliehen. Er hat sich also nicht an das Thema der Liste gehalten (eine Offtopic-Mail versandt).
Dadurch fühlte sich nun jemand so gestört, dass er den Ausschluß solcher Leute aus der Liste forderte. Technisch beging er dabei den Fehler, die gesamte Originalmail (inklusive Listen-Footer) noch einmal an die gesamte Liste zu verschicken. Ein krasser Verstoß gegen das korrekte Zitieren und genauso schlimm wie die Ursprungsmail selbst. Zudem ist die Mail sehr provokativ und nicht dazu geeignet, eine sachliche Diskussion in Gang zu setzen oder zu fördern.
Zum Glück hat darauf jemand recht besonnen reagiert und eine Mail versandt, die geeignet ist die Gemüter wieder zu beruhigen. Aber: die Mail wurde komplett in Kleinbuchstaben geschrieben, sie ist also sehr schlecht lesbar. Zudem macht der Autor den gleichen Fehler wie sein Vorgänger, nur mit verdoppelter Wirkung: er schickt beide Mails der Diskussion nochmals komplett an die Liste, wiederum inklusive des von der Mailingliste angefügten Footers.

Das Anhängen von Ursprungsmails an die eigene Mail wird auch top-posting oder bottom-quoting genannt und ist einer der Kardinalfehler, die neue Nutzer im Netz begehen.

Das Problem sind die Unerfahrenheit der Nutzer und die Verfahren der verwendeten Mailprogramme. Gute Internet-taugliche Programme weisen den Nutzer darauf hin, wenn er zu lange Zeilen benutzt oder der Anteil seiner Zitate im Verhältnis zu seinem eigenen Text zu hoch ist. Die "modernen" Programme scheren sich nicht darum. Älteren Versionen von Outlook konnte man zum Beispiel nicht einmal beibringen, daß Zitate üblichereise mit einem vorangestellten ">" markiert werden. Viele "neuere" Mailprogramme setzen einfach die komplette Ursprungsmail unter den Text des Nutzers. In einer Liste habe ich einmal eine Mail gesehen, in der vierzehn(!) zitierte Mails komplett untereinandergehängt waren!

Manche Programme nehmen auch gar keine Markierung der Zitate vor, so daß es ohne Kenntnis der Ursprungsmail gar nicht mehr feststellbar ist, welcher Nutzer welche Teile geschrieben hat und wer eigentlich auf wen eingeht. Das Resultat: Verwirrung pur!

Zumindest für das weit verbreitete Programm Outlook Express, das mit jedem Windows-Rechner ausgeliefert wird, gibt es Abhilfe: das von Dominik Jain geschriebene Freeware-Addon OE-Quotefix. Jedem Benutzer von Outlook Express, der sich an Mailinglisten beteiligt, empfehle ich den Einsatz dieser Software.

zurück zum Inhaltsverzeichnis

Lösung technischer Probleme

Technische Probleme kann es bei Mailinglisten immer wieder geben. In der Regel ist es am besten, jemanden zu fragen, der sich damit auskennt und wenigstens Mail-Header analysieren kann.

Sollte sich niemand finden, der die nötige Sachkenntnis besitzt, kann man sich in der Regel an den Listenverwalter wenden (siehe "übliche Steuerungsadressen" weiter oben). In den meisten Fällen kann dieser weiterhelfen.
Sollte auch das nicht gehen, weil der Listenverwalter zum Beispiel für drei Wochen im Urlaub ist, können Sie sich an ein Mitglied der Mailingliste wenden, dem Sie die technische Kompetenz am ehesten zutrauen. Bitte achten Sie darauf, daß Sie technische Fragen zur Liste nicht an die Liste selber richten. Anderenfalls werden Sie sich vor Beschwerden nicht retten können, im besten Fall werden Sie einfach von allen ignoriert.

zurück zum Inhaltsverzeichnis



erstellt im Mai 1998, letzte Änderung: 2008-07-03
Frank Tegtmeyer <fte@fte.to>